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9.9.2006 @ Kunstraum parismoskau

Kobas Laksa, Adrian Buschmann, Die Welttraumforscher



KOBAS LAKSA

"Buy Me Amerika"

'Die digitale und manipulierte Fotografie des Warschauers Kobas Laksa und dessen Ausstellung grossfromatiger Prints vergleichen wir vom Arbeitsansatz her mit Wojt3k Kucharczyks Musikprojekt The Complainer, der live bei der Finissage spielen wird. Der Complainer Underground Hit *This is not a cover* Referenz und Reverenz an Depeche Modes *Never let me down* spiegelt sich in Kobas Laksas *Buy me Amerika/Rauchdelikt*, einer Auseinandersetzung mit Werk und Werken Neo Rauchs. Mit den Welttraumforschern (live bei der Vernissage) verbindet Kobas Laksa eine Vorliebe fuer das Erschaffen surrealer Welten. Die parallel stattfindenden Ausstellungen von Adrian Buschmann und Kobas Laksa selbst, so verschieden sie auch sind, sind verbunden u.a. durch Referenz und Reverenz an Meister - allerdings klar unterschiedlich in der Wahl der Mittel, im Gestus und Grad der Direktheit'. (Kata Adamek und Bernd Adamek-Schyma)

'Ich lebe in Polen und hier bin ich ausgebildet worden. In diesem Land ist die uebliche Konnotation von Kunst Malerei und Skulptur. Performance oder Videokunst sind etwas Subtiles, das nur wenige kennen. 'Performen' oder 'Konzeptkunst' klingt hier wie ein Witz. Ausnahmen wie Katarzyna Kozyra oder Pawel Althamer bestaetigen diese Regel: sie versuchen mit ihren Arbeiten Interessierte ausserhalb der Galerien zu gewinnen, und entziehen so den Galerien das Hermetische. Einer der beruehmtesten polnischen Kuenstler im Ausland ist Wilhelm Sasnal - ein Maler. Einer der reichsten Kuenstler in Polen ist Edward Dwurnik - ein Maler. Als ich hoerte, dass Neo Rauch einer der am meisten verwoehnten und geachteten Kuenstler in Leipzig ist, habe ich mir eine Frage gestellt: habe ich als Kuenstler spezialisiert in Konzeptfotografie eine Chance, auf einem der groessten Kunstmaerkte, dem der Vereinigten Staaten, bemerkt zu werden? Daher dieser Titel, ein Schrei: Kauf mich Amerika! (in freier Uebersetzung: kauft mich, Ihr amerikanischen Sammler, ich bin ein Kuenstler, dem es gilt Aufmerksamkeit zu schenken). Das ist natuerlich eine Provokation, aber ich hoffe, es demaskiert die harten Regeln auf dem Kunstmarkt. Seit ich hoerte, dass viele seiner Studenten in Leipzig die Fruechte seines Werkes nutzen, seine Entdeckungen in Farbgebung und Komposition, und seine Themen, und damit Erfolg auf dem Kunstmarkt haben, habe ich das Gefuehl, dass dieser Mechanismus allein durch die Kunstwerke des Meisters Neo bewegt wird. Ich bin fasziniert von der Mechanik des Marktes, aber ausserhalb dessen wollte ich mich mit den Arbeiten des Malers messen. Ein Maler, den ich hoch schaetze. Meine Fotos basieren direkt auf den konkreten Werken Neos. Fuer mich ist das eine Probe im Dialog mit meiner Faszination und der Anerkennung fuer den grossartigen Maler. Eine Reihe aus Meta-Mimikry'. (Kobas Laksa) 

Kobas Laksa (kbx), geb. 1971 in Bialystok, lebt und arbeitet in Warschau, Ausbildung: 1996 Diplom, Akadamie der schoenen Kuenste, Poznan (Richtung Grafik). Performance, Film und Installation. Seit 2 Jahren: manipulierte Fotografie, Animationsfilme; verwendete und bevorzugte Medien und Formate: HDD, DV, CD, 3CCD, Hi8, PSD, FLASH, JPG, EPS, PDF, VHS, MP3, TV, GSM.


ADRIAN BUSCHMANN 

heute morgen gestern auch (Malerei) 9.9.-21.9.2006 

'Musik spielt fuer den in Berlin lebenden und in Katowice (PL) geborenen Adrian Buschmann und seine Malerei eine praegende Rolle. Wir moechten Adrians Malerei in Bezug setzen zu dem, auch, romantischen *electrospacefolk* der Schweizer Welttraumforscher, die bei der Vernissage spielen werden. Zu dem polnischen Mik.Musik-Label (live bei der Finissage) muss man Adrian nicht mehr in Bezug setzen: Adrian und Mik.Musik Gruender Mind Wojt3k Kucharczyk kennen sich bereits seit ihren Kindertagen Anfang der 1980er im polnischen Katowice/Kattowitz. U.a. tauchte Adrian auf der deutsch-polnischen Hoerspielproduktion *territerrortorium* von Wojt3k Kucharczyk und Felix Kubin oder dem Coverfoto der aktuellen CD von Wojt3k auf. Adrian Buschmanns Ausstellung *heute morgen gestern auch* findet parallel zu der Ausstellung *Buy me Amerika/Rauchdelikt* des Warschauers Kobas Laksa im parismoskau statt. Adrians und Kobas Laksas Ansaetze, so verschieden sie auch sind, sind verbunden u.a. durch Referenz und Reverenz an Meister, allerdings klar unterschiedlich in der Wahl der Mittel, im Gestus und Grad der Direktheit: Adrian Buschmann bezieht sich auf Daniel Richter, welcher auch ein enges Verhaeltnis zur Musik pflegt, Kobas Laksa auf Neo Rauch'. (Kata Adamek und Bernd Adamek-Schyma) 

'Adrian Buschmann entfuehrt den Betrachter seiner Malerei in eine melancholische, duester entrueckte Bildwelt. Man waehnt sich in naechtlichen Landschaften, abendlichen Interieurs, erspaeht spaerlich beleuchtete Gesichter und Figuren, die sich hier langsam aus dem dunklen Timbre der Abstraktion herausschaelen und sich dort den Farbflaechen gegenueberstellen und gleichsam als Rezeptionsfiguren in die ungegenstaendliche Malereilandschaft einfuehren. Gerade das Oszillieren zwischen Figuerlichkeit und Abstraktion ist fuer das Werk des Kuenstlers kennzeichnend. Konkretes wird durch Verwischungen abstrahiert, abstrakte Formen werden durch zeichnerische Akzente oder durch einzelne figurative Elemente wieder als Figuren lesbar. Auf der Suche nach der eigenen kuenstlerischen Verortung setzt er sich malerisch unter anderem mit Kuenstlern wie Werner Buettner, Albert Oehlen und Daniel Richter auseinander und hinterfragt so - nicht ohne ironischen Unterton - die kuenstlerischen Einfluesse, die Lehrer auf ihre Schueler haben und inwieweit sich diese Einfluesse bis hin zu den naechsten Schuelergenerationen fortsetzten'. (TEXT: Galerie Klara Wallner, Berlin) 

Adrian Buschmann,1976 geboren in Kattowitz (PL), im Alter von 10 Jahren mit der Familie nach West-Deutschland ausgewandert (Bayern, Baden-Wuerttemberg und Franken); seit 2000 lebt und arbeitet er in Berlin; seit 2002 Studium der Malerei an der Universitaet der Kuenste, Berlin bei Prof. Leiko Ikemura and Daniel Richter. Ausstellungen 2006 Galleri Christina Wilson, Kopenhagen: with pepermint you are my prince, gallery swap://klara wallner@christina wilson (Gruppenausstellung); 2005 Klara Wallner Galerie, Berlin (Einzelausstellung) 


DIE WELTTRAUMFORSCHER

KONZERT, 9.9.2006 

*Electrospacefolk from Switzerland...* *...der Polarstern am deutschsprachigen Lo-Fi-Electronica-Himmel...* (Intro Feb.2005)

'Seit ihrer Gruendung in Zuerich 1981 bewegt sich die Musik der Welttraumforscher in einem Feld, das markiert wird von den Ecksteinen klassischer Pop Songs wie solchen von Burt Bacharach oder Simon and Garfunkel, der emotionalen Zurueckhaltung der Kompositionen Nick Drakes, dem Eskapismus von Syd Barrett und den elektronischen homerecording-Miniaturen cinematischer Dimension wie sie von Der Plan und Cabaret Voltaire (co-)entwickelt wurden. Waehrend der ersten 25 Jahre ihrer Existenz hat die Band ein Werk erschaffen, das von einer mystischen Aura vergleichbar mit der der Residents umgeben ist. Mit dem Unterschied, dass Welttraumforscher-Mastermind Christian Pfluger niemals versucht hat, anonym zu bleiben. Anfang der 1980er Jahre gruendete er das Monif Label, das bislang beinahe das gesamte Output der Band veroeffentlicht hat, zunaechst exklusiv auf Kassette und seit Mitte der 1980er auch auf limitierten Vinyl Editionen' (Text: Staubgold). 

In Leipzig spielen neben Christian Pflueger: Christian Weber (Kontrabass) und Roland Strobel (Gitarre, Akkordeon, Glockenspiel), die bereits 1991/92 und 2005 das WTF-Trio komplett machten. Erstmals unterstuetzt Ralph Nicotera am Schlagzeug die Welttraumforscher. 

'Wir moechten die Musik der Schweizer Welttraumforscher durch ihren Live Auftritt waehrend der Vernissage im Leipziger parismoskau mit der Malerei Adrian Buschmanns in Bezug setzen: mitunter haben beide romantische Zuege. Mit Kobas Laksa verbindet die Welttraumforscher eine Vorliebe fuer das Erschaffen surrealer Welten, die sich allerdings klar voneinander unterscheiden in Bezug auf Einrichtung, Inventar, Form und Sprache. Im parismoskau beehren und verzaubern uns vier Welttraumforscher mit 2 Gitarren, Kontrabass und Schlagzeug'. (Kata Adamek und Bernd Adamek-Schyma)


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